Testosteron und Cortisol: Raus aus dem Stressmodus

Testosteron und Cortisol: Raus aus dem Stressmodus

Was wir hier sehen, ist eine kanarische Kiefer – ein mächtiger Baum, der auf den Vulkanböden Teneriffas unter Bedingungen wächst, mit denen nicht jede Pflanze zurechtkommen würde.

Ihre Pollen interessieren mich aus einem besonderen Grund: Pine Pollen enthalten verschiedene Sterole und auch Androgene wie Testosteron. Damit stellt sich eine spannende Frage: Welche Bedeutung könnte das für den menschlichen Testosteronhaushalt haben?

Um zu verstehen, warum mich das interessiert, müssen wir Testosteron einmal aus der Bodybuilding-Ecke herausholen.

Testosteron und Cortisol

Testosteron allein erzählt nämlich nur einen Teil der Geschichte.

Auf der anderen Seite steht Cortisol. Cortisol ist ein lebenswichtiges Hormon und Teil unserer Stressreaktion. Problematisch kann es werden, wenn aus kurzfristigem Stress ein dauerhafter Zustand wird.

Dann entsteht dieses Gefühl, das viele Menschen kennen: ständig getrieben zu sein, nicht richtig herunterzukommen oder irgendwann einfach nur noch erschöpft zu sein.

Mich interessiert deshalb besonders das Zusammenspiel von Testosteron und Cortisol.

Kann unsere Körperhaltung unsere Hormone verändern?

Eine faszinierende Idee dazu stammt aus der Forschung der Sozialpsychologin Amy Cuddy und ihrer Kollegen.

Bekannt wurde sie mit dem sogenannten Power Posing: Menschen nehmen für kurze Zeit eine offene, raumgreifende Körperhaltung ein – etwa die klassische Siegerpose mit nach oben gestreckten Armen.

In einer frühen Studie berichteten die Forscher anschließend unter anderem von höherem Testosteron und niedrigerem Cortisol.

Die Vorstellung dahinter ist faszinierend:

Nicht nur unsere Hormone beeinflussen, wie wir uns fühlen und verhalten. Möglicherweise können auch Verhalten und Körperhaltung auf unseren inneren Zustand zurückwirken.

Die späteren wissenschaftlichen Untersuchungen zum Power Posing zeichneten allerdings ein komplizierteres Bild. Gerade die behaupteten hormonellen Veränderungen ließen sich nicht zuverlässig bestätigen.

Die interessante Grundfrage bleibt trotzdem bestehen: Wie hängen Körper, Stress, Verhalten und unser subjektives Gefühl von Stärke miteinander zusammen?

Was hat das mit Pine Pollen zu tun?

Genau an dieser Stelle kamen für mich die Pine Pollen ins Spiel.

Mich interessierte nicht einfach die Idee: mehr Testosteron = besser.

Mich interessierte vielmehr die Frage, ob und wie sich unser hormonelles Gleichgewicht und unsere Fähigkeit, mit Belastungen umzugehen, beeinflussen lassen.

Das verbindet das Thema für mich wiederum mit Adaptogenen: nicht einfach einen Körperprozess maximal hoch- oder herunterzufahren, sondern die Fähigkeit des Organismus zu unterstützen, angemessen auf unterschiedliche Situationen zu reagieren.

Die Kraft der kanarischen Kiefer

Vielleicht fasziniert mich deshalb dieser Baum so sehr.

Eine ausgewachsene kanarische Kiefer strahlt etwas unglaublich Kraftvolles aus. Und wenn im Frühjahr die Pollenzapfen golden leuchten, ist die Assoziation mit Vitalität und Fortpflanzung kaum zu vermeiden.

Natürlich ist ein mächtiger Baum kein wissenschaftlicher Beweis für irgendeine Wirkung seiner Pollen.

Aber er kann der Anfang einer guten Frage sein.

Mehr zu Pine Pollen in unserer großen Übersicht, und zur Frage, warum unsere Kiefer diesen besonderen Vulkanboden überhaupt braucht, in Wie entstehen Pine Pollen?

Hinterlasse einen Kommentar

Bitte beachte, dass Kommentare vor der Veröffentlichung freigegeben werden müssen.