Das Myzel
Menschen, Projekte und Ideen, die uns verbinden. Und ein roter Faden: die Arbeit an der Erde.
Adaptonics besteht nicht nur aus Pflanzen und Flaschen.
In mehr als zehn Jahren sind Freundschaften, Begegnungen und Verbindungen zu Menschen und Projekten entstanden, die sich mit ganz unterschiedlichen Fragen beschäftigen: Gesundheit. Bildung. Forschung. Unternehmertum. Und der Frage, wie wir in Zukunft leben wollen.
Wenn man lange genug hinschaut, erkennt man: Es ist eigentlich immer dieselbe Frage. Gesunder Boden, gesunde Pflanzen, gesunde Menschen – das ist kein Slogan, das ist eine Arbeitsteilung. Die einen pflügen, die anderen forschen, wieder andere glauben an junge Menschen und geben ihnen Startkapital, Werkzeug oder einfach ein gutes Gespräch mit.
Diese Seite ist deshalb keine Sammlung von Partnerlogos. Sie ist ein Netzwerk – erzählt in vier Fäden:

Von der Erde lernen
Bevor es Adaptonics gab, gab es Misthaufen richten, Kompost umgraben und sternklare Morgende. Auf diesen Höfen habe ich das Handwerk gelernt – und etwas, das man in keinem Hörsaal bekommt: Ehrfurcht vor dem, was wächst. "Der Geist ist nicht in den Büchern - der Geist ist im Kuhmist!"
Dottenfelderhof
Hier habe ich einen Teil meiner Demeter-Landwirtschaftlichen Ausbildung gemacht. Der Dottenfelderhof bei Frankfurt wird seit 1968 von einer Betriebsgemeinschaft bewirtschaftet, über hundert Menschen leben dort, und die Landbauschule bildet seit den Siebzigern biologisch-dynamische Landwirte aus.
Besonders schön: Inzwischen bietet der Hof ein medizinisch-landwirtschaftliches Studienjahr an – gemeinsam mit der Universität Witten/Herdecke, an der ich später studiert habe. Manche Kreise schließen sich, ohne dass man nachhelfen muss.
Trantenrother Hof & Hof Sackern
Zwei Demeter-Höfe aus meiner Ruhrgebietszeit. Der Trantenrother Hof an der Stadtgrenze Bochum/Witten wird seit 1976 biologisch-dynamisch geführt. Hof Sackern in Wetter wurde 1343 erstmals urkundlich erwähnt – seit 1984 tragen ihn mehrere Familien gemeinsam, mit eigener Bäckerei, Kühen, Ziegen und geschlossenen Kreisläufen.
Wer wissen will, wie Landwirtschaft aussieht, die nicht dem Quartalsbericht dient, sondern den Enkeln: hinfahren, Brot kaufen, staunen.
→ Trantenrother Hof · → Hof Sackern
Hofgut Rengoldshausen
Einer der ältesten Demeter-Höfe der Welt: Seit 1932 wird das Hofgut bei Überlingen biologisch-dynamisch bewirtschaftet – heute mit rund 200 Hektar, eigener Saatgutarbeit und einer Landbauschule. Ein Ort, der zeigt, dass „enkeltauglich" keine neue Idee ist, sondern eine, die seit bald hundert Jahren funktioniert.
New School Permaculture – Helder Valente
Helder war mein Permakultur-Ausbilder. Er hat bei Pionieren wie Bill Mollison, Geoff Lawton und Sepp Holzer gelernt und mit der New School Permaculture eine wandernde Schule aufgebaut, die auch hier auf Teneriffa unterrichtet – Waldgärten, Bodenaufbau, Design.
Vieles, was im Healing Garden wächst, wächst so, weil Helder mir beigebracht hat, erst zu beobachten und dann zu pflanzen.
Die Erde heilen
Es gibt Projekte, die größer sind als ein Hof. Sie heilen Landschaften, Dörfer, manchmal ganze Landstriche – und nebenbei die Menschen, die darin arbeiten. Einige davon durfte ich aus der Nähe erleben.
Sekem
1977 begann Ibrahim Abouleish, mitten in der ägyptischen Wüste einen biologisch-dynamischen Betrieb aufzubauen. Daraus wurde Sekem: Landwirtschaft, Schulen, medizinische Versorgung, eine Universität – eine ganze Gemeinschaft, gewachsen aus Sand und einer Idee. 2003 erhielt Abouleish dafür den Right Livelihood Award.
Ich bin ihm 2010 in Schweden begegnet. Unser Gespräch über Intuition hat mich tief berührt – und Sekems Gründungsgeschichte ist für mich bis heute die Blaupause. Auch Abouleish hat mit Kräutertees angefangen. Davor ist er ziellos durch die Wüste gefahren - er nannte das "Konsideration" - also im Einklang mit den Sternen - um Wasser zu finden, was ihm auch gelungen ist. Heute ist daraus ein Arbeitsplatz für über 3000 Menschen und eine eigene Universität geworden.
KRMEF – Krishna Gurung
Mit Krishna, dem Gründer der Kevin Rohan Memorial Eco Foundation, bin ich innig verbunden – ich habe vor vielen Jahren dort mitgearbeitet. Die Foundation im Kathmandu-Tal trägt den Namen seines Sohnes, der mit sieben Jahren starb. Was Krishna und seine Frau Leela aus diesem Schmerz gebaut haben, ist eine der berührendsten Antworten auf Verlust, die ich kenne: biodynamische Gärten, eine Schule, eine kostenlose Krankenstation, Häuser aus recycelten Flaschen.
Krishna gilt heute als Pionier der biodynamischen Landwirtschaft in Nepal. Für mich bleibt er vor allem ein Freund.
anamed – action for natural medicine
Mit anamed verbindet uns vor allem Artemisia annua. Seit Jahrzehnten vermittelt anamed international, wie Heilpflanzen lokal angebaut, verarbeitet und genutzt werden können. Unsere Verbindung ist keine Geschäftspartnerschaft – wir würden es Freundschaft nennen. Das Buch "Natürliche Medizin in den Tropen" hat damals gewaltig zu Adaptonics Gründung beigetragen, so kam ich überhaupt auf die Idee mit den Tinkturen! - Danke, Hans Martin!
Save Soil
Die globale Kampagne der Isha Foundation kämpft für das Unspektakulärste und Wichtigste überhaupt: lebendigen Boden. Ohne Humus keine Pflanzen, ohne Pflanzen keine Naturstoffe, ohne Naturstoffe kein Adaptonics – so einfach ist die Rechnung. Deshalb gehört Save Soil in dieses Netzwerk.
Und natürlich: Artemisia
Artemisia annua zieht sich durch alles. Sie blüht seit 2014 im Healing Garden, verband uns früh mit Ärzten, Pflanzenkundlern und internationalen Netzwerken – und beschäftigt uns immer noch. Für die Zukunft wünsche ich mir vor allem eines: mehr gute Forschung. Nicht die nächste große Behauptung, sondern saubere Fragen und vernünftige Studien.
→ Artemisia annua in der Adaptopedia
Menschen, die an Menschen glauben
Kein Projekt dieser Welt entsteht aus Businessplänen. Es entsteht, weil irgendjemand irgendwann sagt: Ich glaube an dich. Hier sind die Menschen und Orte, die das für mich getan haben – und die es heute für andere tun.
Freies Jugendseminar Stuttgart
Das Jugendseminar gehört zu meiner eigenen Geschichte – ich war selbst dort. Ein Ort, an dem junge Menschen aus verschiedenen Ländern leben, lernen, arbeiten und sich mit größeren Fragen beschäftigen dürfen, für die im normalen Ausbildungsbetrieb erstaunlich wenig Platz bleibt.
Heute unterstützen wir das Jugendseminar mit Adaptonics.
→ Freies Jugendseminar Stuttgart
YIP – Youth Initiative Program, Schweden
2010 war ich selbst beim YIP in Järna – das Jahr, das vieles in Bewegung gebracht hat: Dort begegnete ich Ibrahim Abouleish, dort begannen Freundschaften, die bis heute tragen, dort lernte ich Mentoren kennen, die weiter unten auf dieser Seite stehen. YIP verbindet persönliche Entwicklung mit gesellschaftlicher Initiative – und traut jungen Menschen zu, selbst etwas aus der Welt zu machen, statt nur reibungslos in sie hineinzupassen.
Heute unterstützen wir das Programm auch finanziell. Bereits 2015 war der damalige Healing Garden beim Initiative Forum von YIP vertreten. Dort ging es so richtig los... (:
Orland Bishop, Nicanor Perlas, Edgard Gouveia Jr.
Drei Menschen, die mich geprägt haben wie wenige sonst. Orland Bishop gründete die ShadeTree Foundation in Los Angeles und verbindet Heilkunde, indigene Weisheit und Jugendarbeit – von ihm stammt mein Verständnis davon, was Begegnung eigentlich ist. Edgard Gouveia Jr. aus Brasilien, Erfinder der Oasis Games, hat mir gezeigt, dass man Gemeinschaften spielend verwandeln kann. Im Wortsinn.
Nicanor Perlas (1950–2025) war ein Stück Weltgeschichte: philippinischer Umweltaktivist, vom Marcos-Regime ins Exil getrieben, Träger des Right Livelihood Award 2003. Von ihm lernte ich Vieles, das mir bis heute wichtig ist. Mehr noch: Er wurde ein Vorbild. Perlas starb im August 2025.
→ ShadeTree Foundation · → Nicanor Perlas (Right Livelihood)
Stiftung Evidenz
Als der Healing Garden noch mehr Idee als Unternehmen war, schenkte man mir 5000 Euro Startkapital. Geschenkt, nicht geliehen – das ist der Punkt. Die Stiftung Evidenz in Basel arbeitet genau mit diesem anderen Verständnis von Geld: Sie unterstützt junge Menschen, die unternehmerisch etwas in die Welt bringen wollen, und legt ihr Kapital dort an, wo es der Aufgabe dient – unter anderem im Demeter-Teeanbau in Indien.
Reinhard Mertin & Mandev Singh – Wegbegleiter der ersten Stunde
Reinhard Mertin, Unternehmer aus dem Ruhrgebiet mit Wurzeln im Stahlbau, war Investor der ersten Stunde – einer, der nicht auf die Rendite geschaut hat, sondern auf den Menschen. Mandev Singh, Arzt in Herdecke und Freund von Reinhard, hat mich in den frühen Jahren tatkräftig unterstützt, Kontakte hergestellt und sein Netzwerk geöffnet, als vieles noch Idee, Versuch und Improvisation war.
Friðhu – Dr. Fritz Helmut Hemmerich
Fritz gehört zu den Menschen, ohne die es die Geschichte von Adaptonics in dieser Form wahrscheinlich nicht gäbe. Wir kennen uns seit den frühen Jahren des Healing Garden; viele Gespräche von damals – über Salutogenese, Selbstregulation, Pflanzenheilkunde – sind heute noch als Videos erhalten.
→ Mehr über Friðhu und seine Verbindung zu Adaptonics
Armin Steuernagel – Purpose
Armin und ich haben zusammen in Witten studiert – und in der „Karma-Runde" so manche Nacht durchdiskutiert. Mit 22 gründete er den Naturkost-Hersteller Mogli; heute arbeitet er mit Purpose und der Stiftung Verantwortungseigentum daran, dass Unternehmen ihren Eigentümern nicht mehr als Beute dienen, sondern ihrem Sinn. Verantwortungseigentum – das ist die strukturelle Antwort auf die Frage, die uns alle hier umtreibt: Wem gehört eigentlich, was wir aufbauen?
Centro Eridanos, McGrinsey & Nico Stisser
Das Centro Eridanos hier auf Teneriffa beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Salutogenese – Teil des Umfelds, aus dem viele meiner Gedanken entstanden sind. Johannes Jähnke half uns mit McGrinsey durch den ganzen Internetkram der frühen Jahre – weniger Dienstleister als großer Bruder. Und Nico Stisser gab unserem wilden Projekt irgendwann ein Gesicht: unser Logoschmied, heute Gründer des Keinachtsbaums.
→ Centro Eridanos · → McGrinsey · → Keinachtsbaum
Stiftung Entrepreneurship
2014 stellte ich den Healing Garden im Umfeld der GründerGarage vor. Was mich an Günter Faltins Entrepreneurship-Gedanken bis heute interessiert: die Vorstellung, dass Unternehmertum eine kreative Tätigkeit sein kann – eine Idee entwickeln, sie ausprobieren, etwas Sinnvolles in die Welt setzen. Der Healing Garden war genau so ein Versuch. Adaptonics ist daraus entstanden.

Wissenschaft & Zukunft
Hier wollen wir besonders genau sein.
Ein persönlicher Kontakt ist keine Forschungskooperation. Eine Universität, an der man studiert hat, ist deshalb nicht automatisch „Partner von Adaptonics".
Aber Wissenschaft gehört zu dem Netzwerk, das wir in den kommenden Jahren bewusst weiterentwickeln möchten.
Universität Witten/Herdecke
Ich habe dort studiert – die Verbindung ist zunächst eine persönliche und biografische, keine institutionelle Partnerschaft mit Adaptonics. Trotzdem passt Witten/Herdecke in dieses Netzwerk: Gesundheit, Unternehmertum, Eigenverantwortung, Denken über Fachgrenzen hinweg – all das spielte dort schon eine Rolle. Und dass die Uni heute mit dem Dottenfelderhof ein gemeinsames Studienjahr für angehende Ärzte anbietet, zeigt, dass diese Fragen kein Nischenthema mehr sind.
Vielleicht entsteht daraus irgendwann mehr. Vielleicht auch nicht. Beides ist in Ordnung.
SMGP – Schweizerische Medizinische Gesellschaft für Phytotherapie
In die Schweiz führt ein persönlicher Kontakt zur SMGP, die sich seit Jahrzehnten dafür einsetzt, dass Phytotherapie als anerkannter Bestandteil der modernen Medizin gilt – mit Fortbildungen für Ärzte und Apotheker und einem hohen wissenschaftlichen Anspruch. Genau die Sorte Brücke zwischen Pflanze und Evidenz, die wir uns für unsere Themen wünschen.
Aktuell gibt es keine formelle Kooperation und keine gemeinsame Studie. Ob daraus etwas entsteht, ist offen – genau deshalb steht die SMGP hier unter „Wissenschaft & Zukunft" und nicht unter „Unsere Partner".
Ein Netzwerk muss leben
Diese Seite ist ausdrücklich nicht fertig.
Das Netzwerk soll wachsen – nicht durch das Sammeln möglichst vieler Logos, sondern durch tatsächliche Zusammenarbeit: gemeinsame Newsletter, Gespräche und Interviews, gegenseitige Besuche, Unterstützung von Bildungsprojekten – und dort, wo es sinnvoll und möglich ist, wissenschaftliche Forschung.
Vielleicht entstehen daraus Dinge, an die wir heute noch gar nicht denken. So sind schließlich auch der Healing Garden und Adaptonics entstanden.
Du passt hier irgendwie rein?
Du arbeitest an einem Projekt, einer Forschungsfrage, einem Newsletter oder einer Initiative, bei der du eine Verbindung zu Adaptonics siehst?
Dann schreib mir. Es muss nicht sofort eine „Kooperation" daraus werden. Ein gutes Gespräch ist ein ziemlich guter Anfang.
Dein Healing Garden Adaptonics :)
