Diese Geschichte erzähle ich immer wieder gerne, weil sie eine der Ausgangspunkte von allem war, was heute bei Adaptonics passiert. Kein Marketingplan, keine Marktanalyse – nur ein Spaziergang durch den Kiefernwald auf Teneriffa und eine Frage, die mich seitdem nicht mehr losgelassen hat.
Die genaueste Schilderung dieser ersten Begegnung stammt allerdings nicht von mir selbst, sondern von Dr. med. Fritz Helmut Hemmerich, der die Kiefern und ihren Pollen von Anfang an mit mir zusammen genauer unter die Lupe genommen hat. Seine Erzählung gebe ich hier deshalb so wieder, wie er sie selbst erzählt hat:
"Das ist jetzt etwa elf Jahre her: Ich bin auf diese Insel gekommen, gehe durch den Wald und bin erstaunt. Ich komme persönlich aus einer Weinbaugegend, wo viel geschwefelt wird, und denke: Wer schwefelt denn hier im Wald? Woher kommt dieses ganze gelbe Pulver? Sind das Schädlingsbekämpfungsmittel? Also nähere ich mich diesem gelben Pulver – und staune, woher es kommt. Es kommt aus den Bäumen selbst, aus den Pinien, und zwar in Massen.
Was für eine Vielfalt befruchtender Aktivität, die diese Pinie, die selbst schon so mächtig ist, da entfaltet. Und unmittelbar kommt der Gedanke: Da drin steckt doch irgendetwas, das der Gesundheit des Menschen dienen könnte. Ein Anfangsverdacht.Also beginnt man, ein bisschen zu lesen. Man stößt auf die eine oder andere wissenschaftliche Arbeit,[1] auf das eine oder andere aus der Traditionellen Chinesischen Medizin, auf das eine oder andere aus der folkloristischen oder anekdotischen Darstellung von Heilwirkungen.
Und man merkt: Das ist etwas Interessantes.Medizin, wie wir sie kennen, hat vor allem ein Anti-Prinzip – etwas wirkt antibiotisch, also gegen Bakterien, Viren oder eine Erkrankung, die man bekämpfen möchte. Daneben gibt es das Supplement-Prinzip: Es fehlt etwas, also gibt man es – zu wenig Schilddrüsenhormone, zu wenig Vitamine, zu wenig Mineralien.
Was in der Medizin dagegen noch wenig angekommen ist, sind Adaptogene. Dabei liegt der Gedanke nahe: Wir haben das Prinzip der Evolution, und Evolution bedeutet Generativität – Neues erproben, Alternativen erproben, und dann schauen, was sich am besten an die jeweils gegebene oder sich verändernde Umwelt anpasst. Und dann wurde mir klar: Hinter diesen Pollen der Pinienbäume verbirgt sich möglicherweise ein Adaptogen – etwas, das genau diesem bisher wenig beachteten Bereich der Medizin helfen könnte.
Wir kennen alle Situationen, in denen wir uns eingewöhnt haben und dann kommt ein Schicksalsschlag, eine Krankheitssituation, eine Wetteränderung, eine Klimaänderung. Diejenigen, die sich anpassen können, kommen evolutionär weiter. Und genau dabei können wir unseren Körper unterstützen – dabei, sich an wechselnde Umweltverhältnisse, Stressmomente und Herausforderungen anzupassen.Es gibt einige, wenn auch nicht sehr viele Untersuchungen zu Pinienpollen.
Es gibt Hinweise darauf, dass die Schwelle der Schmerzrezeptoren angehoben werden kann, sodass leichte bis mittlere Schmerzphänomene, die sonst chronifizieren würden, nicht unötig die Kette erschöpfender Stressreaktionen bis hin zur Unterdrückung des Immunsystems auslösen.[2] Studien deuten auch darauf hin, dass Pinienpollen immunmodulierende Wirkungen haben könnten, das Immunsystem wird dabei unterstützt, sich besser zu differenzieren.[3]
Das ist ein wichtiger Unterschied zu bloßer 'Immunstärkung': Bei einer Autoimmunerkrankung würde reine Immunstärkung die Krankheit eher verschlimmern. Wir brauchen also keine Immunstärkung, sondern Immunmodulation – Unterstützung dabei, dass sich der Körper an jeweils veränderte Herausforderungen anpasst, sei es eine andere Keim-, Sporen- oder Staubbelastung.
Und dann ist da noch ein letzter Faktor: Bieten Pinienpollen Testosteron an? Zunächst denkt man da vielleicht an Bodybuilder oder an Aggressivität – aber das sind Mythen.[4] Geht man in ein Hochsicherheitsgefängnis, findet man dort die Männer mit den geringsten Testosteronspiegeln: unsicher, nicht wirklich gefestigt, und gerade deshalb anfällig für das simple Konzept der Aggressivität. Testosteronmangel macht aggressiv – nicht Testosteron selbst.
Das gilt übrigens nicht nur für Männer, sondern in ihrer jeweiligen Bandbreite auch für Frauen: Während es bei Männern eher mit Selbstzutrauen, Zukunftsfähigkeit und Durchhaltevermögen verbunden ist, hängt es bei Frauen stärker mit Libido, Lebensfreude und Offenheit zusammen.Man merkt, ich komme ins Schwärmen. Hinter diesen Pinienpollen steckt etwas, das noch genauerer wissenschaftlicher Untersuchung bedarf – aber alles, was wir aus konkreten Berichten von Menschen und aus dem wenigen Material wissen, das wissenschaftlich vorliegt, deutet darauf hin: Das könnte etwas sein, das für uns alle wichtig ist."
Quellen: [1] u.a. Šaden-Krehula et al., Testosterone, epitestosterone and androstenedione in the pollen of Scotch pine P. silvestris L., Experientia, 1971. – [2, 3] Studien zu antioxidativer, entzündungshemmender und immunmodulierender Wirkung von Pine-Pollen-Extrakten, siehe unsere Studienübersicht. – [4] Zum Verhältnis von Testosteron und Aggression siehe u.a. den Spektrum-Artikel 'Testosteron – das unterschätzte Hormon'.
Mehr zu Pine Pollen findest du in unserer großen Pine-Pollen-Übersicht. Wer sich für die konkrete Studienlage dahinter interessiert, dem sei Welche wissenschaftlichen Studien gibt es zu Pine Pollen? empfohlen.
