Cistus: Welche wissenschaftlichen Studien gibt es?

Cistus: Welche wissenschaftlichen Studien gibt es?

Cistus: Welche wissenschaftlichen Studien gibt es?

Ich habe die Zistrose vor Jahren hier auf Teneriffa entdeckt. Sie wächst wild, duftet wunderbar und ist für mich eine der faszinierendsten Pflanzen der Kanaren.

Meine erste Begegnung mit ihr war ziemlich unspektakulär: Ich hatte gehört, dass man sich bei WALA mit Zistrosen beschäftigt, sammelte daraufhin selbst welche und stellte eine Tinktur her.

Und ich war sofort begeistert.

Nicht nur von ihrem Duft und ihren wunderschönen Blüten. Ich hatte von Anfang an das Gefühl: Diese Pflanze hat Kraft.

Das ist natürlich erst einmal eine persönliche Wahrnehmung. Also wollte ich wissen: Was wissen wir tatsächlich über die Zistrose?

Eine Pflanze mit langer Geschichte

Die Verwendung verschiedener Cistus-Arten reicht weit zurück. Zistrosen waren im Mittelmeerraum seit der Antike bekannt und wurden traditionell auf unterschiedliche Weise genutzt.

Heute interessiert sich auch die Wissenschaft für Cistus – insbesondere für die enthaltenen Polyphenole und deren antioxidative Eigenschaften.

Und wenn man anfängt, in der wissenschaftlichen Literatur zu suchen, wird es schnell interessant.

Was wird bei Zistrose untersucht?

Die Liste der Forschungsgebiete ist erstaunlich lang.

Untersucht wurden Cistus-Arten unter anderem im Zusammenhang mit antiviralen, antibakteriellen und antimykotischen Eigenschaften. Daneben gibt es Forschungsarbeiten zu einzelnen Inhaltsstoffen, oxidativem Stress und möglichen Anwendungen in ganz unterschiedlichen Bereichen.

Selbst Themen wie Borrelien, Krebsforschung, Veterinärmedizin oder die Verwendung als natürlicher Pflanzenschutz tauchen in der wissenschaftlichen Literatur auf.

Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass Zistrose diese Erkrankungen behandelt oder heilt. Viele Untersuchungen sind Laborstudien oder Grundlagenforschung und lassen sich nicht einfach auf eine Wirkung beim Menschen übertragen.

Aber sie zeigen etwas anderes:

Die Zistrose ist wissenschaftlich eine ausgesprochen interessante Pflanze.

Polyphenole, freie Radikale und unsere Zellen

Besonders spannend finde ich die Polyphenole der Zistrose.

Polyphenole gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen und sind für ihre antioxidativen Eigenschaften bekannt. Vereinfacht gesagt können Antioxidantien dabei helfen, reaktive Moleküle – die berühmten „freien Radikale“ – abzufangen und damit oxidativen Stress zu begrenzen.

Und genau hier wird es für mich interessant.

Unsere Zellen und ihre DNA sind ständig Umwelteinflüssen und Stoffwechselprozessen ausgesetzt. Gleichzeitig besitzt unser Körper ausgeklügelte Reparatur- und Schutzmechanismen.

Die Forschung beschäftigt sich deshalb mit der Frage, welchen Beitrag pflanzliche Polyphenole zum Schutz vor oxidativen Zell- und DNA-Schäden leisten können.

Das fand ich bemerkenswert, denn es passte zu einem Eindruck, den ich von der Zistrose schon lange hatte: Für mich ist sie eine Pflanze, die etwas mit Schutz, Regeneration und Schönheit zu tun hat.

Das ist kein wissenschaftlicher Beweis.

Aber manchmal beginnt Forschung eben mit einer Beobachtung und einer guten Frage.

Die Zistrose ist kein Arzneimittel

Bei aller Begeisterung ist mir diese Unterscheidung wichtig.

Dass eine Pflanze Gegenstand zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen ist, bedeutet nicht automatisch, dass daraus eine nachgewiesene medizinische Wirkung beim Menschen folgt.

Zistrose ist kein Wundermittel und ersetzt keine medizinische Behandlung.

Was wir aber machen können, ist neugierig bleiben, die vorhandene Forschung anschauen und versuchen zu verstehen, warum diese Pflanze Menschen seit so langer Zeit fasziniert.

Genau deshalb beschäftige ich mich wieder intensiver mit ihr.

Studien und wissenschaftliche Literatur zur Zistrose

Hier die vollständige Studienliste – bewusst ungefiltert.

Denn statt große Versprechen zu machen, finde ich es wesentlich interessanter, sich selbst anzusehen, was tatsächlich untersucht wurde – und ebenso wichtig: was daraus noch nicht geschlossen werden kann.

Für mich bleibt die Zistrose jedenfalls eine meiner Lieblingspflanzen.

Sie wächst hier wild vor meiner Haustür. Sie ist wunderschön. Sie duftet fantastisch. Sie blickt auf eine lange traditionelle Verwendung zurück.

Und je mehr ich über sie lese, desto interessanter wird sie.

Eine kleine wilde Pflanze mit einer ziemlich großen Geschichte.

Wissenschaftliche Studien zur Zistrose

Die folgende Sammlung zeigt, wie breit Cistus in der Forschung untersucht wurde. Wichtig: Die Studien untersuchen unterschiedliche Cistus-Arten, Extrakte, Inhaltsstoffe und Modelle. Labor- oder Tierstudien sind kein Nachweis einer entsprechenden Wirkung beim Menschen.

Antiviral

  • Studie zu antiviralen und antibakteriellen Eigenschaften
  • Forschung zu HIV sowie Ebola- und Marburg-Viren
  • Untersuchungen zu Influenza
  • Influenza-Untersuchung im Mausmodell

Antibakteriell und antimykotisch

  • mehrere Untersuchungen zu antibakteriellen Eigenschaften
  • Untersuchungen zu Candida und anderen Pilzen
  • ätherisches Öl und antibakterielle Aktivität

Antioxidantien und Zellschutz

  • Polyphenole und antioxidative Eigenschaften
  • freie Radikale und oxidativer Stress
  • Untersuchungen im Zusammenhang mit DNA-Schutz

Weitere Forschungsgebiete

  • Entzündungsprozesse
  • Borrelien
  • Krebsforschung
  • weitere pharmakologische Eigenschaften

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19828122 antiviral, antibacterial
https://link.springer.com/article/10.1023/A:1007633824948 DNA-Schutz, Freie Radikale Fänger, Antioxidanz
https://www.nature.com/articles/srep20394 HIV, Ebola, Marburg-Virus, 2016
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0378874105006033 antimicrobial, candida
https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/s-2006-959403 antifungal, antibacterial
https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/s-0035-1557822 antibacterial
https://publikationsserver.tu-braunschweig.de/receive/dbbs_mods_00001794 antioxidanz
https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/10412905.1995.9698549 Ätherisches Öl, Antibakteriell
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0166354207003336 Influenza, Antiviral, Dr. Pandalis (Glandorf)
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0166354207003063 Influenza bei Mäusen
https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/s-2006-962234 entzündungshemmend
https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/14786419.2015.1089242 entzündungshemmend
https://www.ingentaconnect.com/content/govi/pharmaz/2010/00000065/00000004/art00012 Borreliose
https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/14786419.2014.947486 antioxidanz
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0300571208001097 antibakteriell
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0926669017303862 antibakteriell, Antioxidanz
https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/10575639808044943 antibakteriell
https://www.ingentaconnect.com/content/ben/mrmc/2009/00000009/00000005/art00001 Iberia, antibakteriell
https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.3109/13880209509065389 antibakteriell
https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1002/(SICI)1099-1573(199606)10:4%3C304::AID-PTR848%3E3.0.CO;2-B Beruhigungsmittel
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0378874105005544 antioxidanz
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0926669012001884 antifungal
https://europepmc.org/abstract/med/29624275 Krebs

Diese Studienliste ist auch Teil unserer großen Cistus-Übersicht, in der die wichtigsten Ergebnisse – inklusive der beiden placebokontrollierten Humanstudien – eingeordnet werden.

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