Ich interessiere mich für Salutogenese, für Gesundheit und für Adaptogene. Heute geht es um Pine Pollen und darum, wie sie dir dabei helfen können, dich selbst zu heilen.
Bevor ich loslege, möchte ich dich etwas fragen:
Was ist überhaupt Gesundheit?
Bedeutet Gesundheit, dass ich funktioniere? Werde ich, wenn das Funktionieren gestört ist, repariert – innerhalb eines kranken Systems, eines Systems, das vielleicht selbst krank ist und Krankheit erzeugt?
Wäre es überhaupt gesund, im Kranken zu funktionieren?
Oder könnte Aaron Antonovsky, der Begründer der Salutogenese-Forschung, recht haben, wenn er sinngemäß sagt: Gesundheit ist kein fester Zustand und auch nicht einfach die Abwesenheit von Krankheit.
Gesundheit muss immer wieder neu hergestellt werden.
Gesundheit und das Gefühl von Kohärenz
Antonovsky spricht vom Kohärenzgefühl. Wenn ich Kohärenz empfinde, fühle ich mich eher gesund. Erlebe ich die Abwesenheit von Kohärenz, fühle ich mich eher krank.
Kohärenz hat bei Antonovsky drei wesentliche Aspekte:
Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Sinnhaftigkeit.
Mein Gefühl für Kohärenz – und damit meine Fähigkeit, immer wieder aufs Neue zu gesunden – steigt, wenn ich verstehe, was geschieht, wenn ich damit umgehen kann und wenn ich darin Sinn erleben kann.
Ich möchte diese Frage zunächst offenlassen. Man kann ja einmal darüber nachdenken, was Gesundheit eigentlich sein soll.
Und damit kommen wir zu den Pine Pollen.
Pine Pollen, Testosteron und Libido
Pine Pollen enthalten pflanzliche Androgene, darunter Testosteron.
Testosteron ist wichtig für eine gesunde Libido. Und Libido bedeutet für mich nicht einfach nur Erotik. Libido bedeutet Freude am Leben, Freude am Sinnlichen.
Der menschliche Körper bildet selbst Testosteron: Männer vor allem in den Hoden, Frauen in den Eierstöcken, daneben spielen weitere Gewebe und Organe eine Rolle.
Im Laufe des Lebens verändert sich der Testosteronspiegel erheblich. Besonders mit zunehmendem Alter kann er bei Männern wie bei Frauen sinken.
Ein gesunder Testosteronhaushalt hat für mich deshalb nicht nur mit Sexualität zu tun, sondern auch mit Energie, innerer Ruhe und unserem Umgang mit Stress.
Testosteron und Cortisol
Relevant ist dabei nicht nur Testosteron allein, sondern auch sein Verhältnis zu Cortisol.
Cortisol ist eines unserer wichtigsten Stresshormone. Kurzfristig kann es uns große Energiemengen zur Verfügung stellen. Langfristiger Stress dagegen kann uns erschöpfen.
Testosteron verbinde ich dagegen mit Dominanz im ursprünglichen Sinne: mit Kompetenz, Sicherheit und dem Gefühl, einer Situation gewachsen zu sein.
Und in der Folge können sich auch Libido, klares Denken und das allgemeine Energielevel verändern.
Eigentlich ist das logisch.
Wenn wir permanent im Fight-or-Flight-Modus sind, ist Sex das Letzte, woran unser Organismus denkt. Als Steinzeitmenschen haben wir uns schließlich auch eher dann gepaart, wenn wir sicher in der Höhle saßen – und nicht, während uns der Säbelzahntiger hinterherlief.
Weniger Stress bedeutet deshalb auch mehr innere Ruhe.
Und Libido kann sich besonders dann entfalten, wenn wir uns sicher fühlen.
Pine Pollen in der chinesischen Tradition
Die alten Chinesen kannten Pine Pollen schon lange.
Im Shennong Bencao Jing, einem der ältesten überlieferten chinesischen Werke über Arzneipflanzen, werden Kiefernpollen bereits beschrieben. Die Tradition selbst führt dieses Wissen noch wesentlich weiter zurück.
Seit den 1970er-Jahren ist auch die westliche Forschung stärker auf Pine Pollen aufmerksam geworden. Besonders in China wurden in den vergangenen Jahrzehnten Untersuchungen zu verschiedenen möglichen Eigenschaften durchgeführt – unter anderem zu Immunmodulation, Alterungsprozessen und entzündlichen Vorgängen.
Die vorhandenen Studien reichen nicht aus, um daraus einfach medizinische Wirkungen zu behaupten.
Aber sie sind interessant.
Und wenn es eine Pflanze gibt, die den modernen Namen „Superfood“ verdient haben könnte, dann sind Pine Pollen zumindest ein spannender Kandidat. Denn hier geht es nicht einfach nur um Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße.
Es geht um mehr.
Die Zirbeldrüse und der Pinienzapfen
Damit komme ich zu einem weiteren Aspekt, der mit unserer Fähigkeit zu gesunden zusammenhängt:
die Fähigkeit, uns als ein Wesen zu erleben, das nicht nur an die Beschränkungen dieses physischen Körpers gebunden ist.
Die Zirbeldrüse heißt auf Englisch pineal gland, also Pinien- oder Kieferndrüse. Ihren Namen verdankt sie ihrer Form, die an einen kleinen Pinienzapfen erinnert.
Diese Drüse in der Mitte unseres Kopfes wurde immer wieder mit Spiritualität und Bewusstsein in Verbindung gebracht.
René Descartes vermutete dort den Sitz der Seele. Auch in modernen spirituellen Vorstellungen wird die Zirbeldrüse häufig mit dem sogenannten dritten Auge oder höheren Bewusstseinszuständen verbunden.
Und dann wird es kulturgeschichtlich interessant.
Der riesige Pinienzapfen im Vatikan
Im Vatikan steht ein gewaltiger bronzener Pinienzapfen, die berühmte Pigna.
Dieser monumentale Zapfen stammt aus der römischen Antike und steht heute im Cortile della Pigna des Vatikans.
Auch in der kirchlichen Symbolwelt begegnet uns der Pinienzapfen immer wieder.
Und nicht nur in Rom.
Der Pinienzapfen im Aachener Dom
Auch im Aachener Dom, an dem Ort, an dem über Jahrhunderte die Könige des Heiligen Römischen Reiches gekrönt wurden, finden wir einen monumentalen bronzenen Pinienzapfen.
Das finde ich bemerkenswert.
Denn immer wieder begegnet uns dieses Symbol dort, wo Macht und Spiritualität zusammenkommen.
Der Kaiser war ursprünglich nicht einfach nur ein weltlicher Herrscher. Mit dem Kaisertum war auch die Vorstellung einer spirituellen Autorität verbunden – ähnlich wie in älteren Kulturen beim ägyptischen Pharao.
Der Pinienzapfen taucht dabei immer wieder auf.
Von Osiris bis zum Merkurstab
Auch in älteren ägyptischen und mesopotamischen Darstellungen finden wir Symbole und Formen, die mit Zapfen in Verbindung gebracht werden.
Und damit kommen wir zu einem weiteren alten Symbol: dem Stab, um den sich Schlangen winden und den wir heute noch mit Medizin und Heilung verbinden.
In der mythologischen und alchemistischen Bilderwelt führen solche Symbole zu Hermes beziehungsweise Merkur – und damit zu einem der großen Sinnbilder von Vermittlung, Verwandlung und Heilung.
Was hat es also mit der Zirbeldrüse auf sich? Und welche Rolle spielt sie für unsere Gesundheit?
Genau hier verlassen wir endgültig den Bereich der einfachen Ernährungsphysiologie und kommen in ein Gebiet, in dem sich Biologie, Symbolik und Spiritualität miteinander vermischen.
Kristalle in der Zirbeldrüse
Wir wissen, dass sich in der Zirbeldrüse kleine Verkalkungen befinden, die als Corpora arenacea, als „Hirnsand“, bezeichnet werden.
Interessant ist für mich daran die Verbindung zur alten Vorstellung der Zirbeldrüse als einem besonderen Ort im menschlichen Körper.
Auch Rudolf Steiner beschäftigte sich mit der Frage, wo und wie sich Geist und physischer Mensch berühren.
Man könnte die Zirbeldrüse in diesem Bild als einen Ort verstehen, an dem das kleine individuelle Ich mit etwas Größerem in Verbindung tritt.
Das ist natürlich eine völlig andere Betrachtungsweise als die moderne Neurobiologie.
Aber genau diese verschiedenen Ebenen interessieren mich.
Zirbeldrüse, Meditation und DMT
Noch spekulativer wird es bei der Frage, ob bestimmte Atemtechniken oder Meditation die Zirbeldrüse auf besondere Weise beeinflussen können.
Die Zirbeldrüse produziert unter anderem Melatonin und ist damit wesentlich an unserem Tag-Nacht-Rhythmus beteiligt.
Daneben gibt es Hypothesen über einen Zusammenhang zwischen der Zirbeldrüse, körpereigenem DMT und mystischen Erfahrungen.
Wer sich mit diesem Thema beschäftigen möchte, stößt früher oder später auf die Arbeiten von Rick Strassman und sein Buch DMT: The Spirit Molecule.
Hier bewegen wir uns allerdings in einem Gebiet, in dem wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse, Hypothesen und spirituelle Interpretation sehr schnell ineinander übergehen.
Und genau deshalb finde ich es interessant.
Körperkraft auf der einen, Transzendenz auf der anderen Seite
Damit haben wir ein erstaunlich breites Spektrum.
Auf der einen Seite stehen Pine Pollen ganz materiell: Inhaltsstoffe, Hormone, Libido, Stress und körperliche Energie.
Auf der anderen Seite steht der Pinienzapfen als jahrtausendealtes Symbol und die Zirbeldrüse mit ihrer Verbindung zu Bewusstsein, Spiritualität und mystischer Erfahrung.
Körper und Sexualität auf der einen Seite.
Transzendenz auf der anderen.
Und genau dieses Spannungsfeld interessiert mich.
Immer wieder berichten Menschen im Zusammenhang mit Pine Pollen Extrakt auch von subjektiven Erfahrungen wie Wachheit, innerer Ruhe oder intensiveren Träumen.
Das ist zunächst einmal genau das: eine subjektive Erfahrung.
Aber auch Erfahrungen darf man beobachten.
Elementare Lebenskraft
Wenn man sich Pine Pollen selbst ansieht, versteht man vielleicht, warum sie seit Jahrtausenden eine solche Faszination ausüben.
Ein einziges Pollenkorn ist winzig.
Und trotzdem trägt es einen Teil jener biologischen Information in sich, aus der unter den richtigen Umständen eine neue Kiefer entstehen kann.
Ein Teelöffel Pine Pollen enthält unzählige dieser Pollenkörner.
Bildlich gesprochen steckt darin die Möglichkeit eines ganzen Waldes.
Elementare Lebenskraft, gepaart mit Spiritualität und Erweiterung des Bewusstseins. Die Kraft des Körpers und der Sexualität einerseits und die Transzendenz mystischer Erfahrungen andererseits.
Das ist für mich das Spektrum der Pine Pollen.
Können Pine Pollen bei der Selbstheilung unterstützen?
Ich glaube nicht, dass irgendein Mittel allein ausreicht, um Gesundheit im Sinne von Kohärenz herzustellen.
Aber es kann ein physischer Anker sein.
Vielleicht sogar eine Art magischer Talisman.
Und damit komme ich zum Placeboeffekt, der meiner Meinung nach viel zu häufig ausschließlich negativ dargestellt wird.
Eigentlich ist der Placeboeffekt unglaublich.
Er zeigt uns, wie stark Erwartung, Bedeutung und der Glaube an eine Behandlung körperliche Erfahrungen beeinflussen können.
Pine Pollen können deshalb auf mehreren Ebenen betrachtet werden.
Da ist auf der einen Seite die Biochemie.
Und dazu kann auf einer anderen Ebene die Bedeutung kommen, die wir ihnen geben: als physische Stütze, als Anker, vielleicht als Katalysator auf einem individuellen Weg zur Selbstheilung.
Von Blei zu Gold
Und damit sind wir wieder bei der Alchemie.
Die berühmte Verwandlung von Blei zu Gold kann man auch als Bild einer inneren Transformation verstehen:
von Depression zu Lebenssinn, von Erschöpfung zu Lebenskraft, von Freudlosigkeit zu Lebensfreude.
Wahre Transformation und Heilung finden nicht demnächst statt.
Nicht morgen.
Und auch nicht im nächsten Leben.
Gesundheit ereignet sich jetzt – oder gar nicht.
In diesem Augenblick.
In dem Moment, in dem die Zeit zum Raum wird und wir wissen, dass wir dieser Körper sind – und gleichzeitig eins mit allem Leben.
