Wirkt Zistrose Entzündungshemmend?

Wirkt Zistrose Entzündungshemmend?

Wenn es um das Thema Autoimmunerkrankung geht, ist die Schulmedizin weitgehend ratlos. Unsere Immunzellen greifen unser eigenes Gewebe an und verursachen so Entzündungen, die uns eine Menge Kraft kosten. Warum tun sie das? Und was kann ich für meine Gesundheit unternehmen?

Hand aufs Herz - hier befindet sich die Thymusdrüse. Genauer gesagt, etwas über dem Herzen. Dort, wo man intuitiv hinzeigt, wenn man "Ich" sagt oder sich auf die Brust klopft. Die Thymusdrüse ist zentral für unser Immunsystem. Dort werden die Immunzellen "ausgebildet", dort lernen sie - vereinfacht ausgedrückt - körpereigenes von körperfremdem Gewebe zu unterscheiden.

Es gibt unterschiedliche Arten von Immunzellen. Die einen markieren, die anderen zerstören. Wenn nun die markierenden Zellen das falsche Gewebe als körperfremd markieren, dann richtet sich unser Immunsystem gegen uns selbst. Bei Wikipedia liest man, die Thymusdrüse wäre nur für Heranwachsende von Bedeutung und verkümmere im Erwachsenenalter. Ganz so einfach ist es nicht: Die Drüse bildet sich zwar mit dem Alter zurück – die Mediziner nennen das Involution –, behält aber eine Restfunktion. Und wie stark, das ist individuell verschieden.

Für mich ist die Thymusdrüse so etwas wie ein "Jungbrunnen". Denn - das behaupte ich - wir degenerieren nicht, weil wir altern. Wir altern, weil wir degenerieren. Erleben wir Zurückweisung, Enttäuschung, Grenzverletzung, Demütigung, Angst, Unzufriedenheit oder andere Formen der Ohnmacht, setzt unsere Nebenniere Stresshormone frei. Cortisol dämpft nachweislich die Thymusfunktion – chronischer Stress kann das Organ messbar schrumpfen lassen. Keine gute Idee! Siehe dazu auch den Artikel zu Psychoneuroimmunologie.

Der nagende Dilemma-Stress oder auch Selye-Stress - den wir nicht bewältigen - ist es, der unser Immunsystem mit der Zeit unterhöhlt. Wir können weder angreifen noch fliehen also erstarren wir. Und wir schalten das Immunsystem ab. Auf die Dauer mit gravierenden Folgen für unsere Gesundheit.

Warum erzähle ich das? Weil es mir darum geht, einen Kontext herzustellen. Ich denke, Gesundheit ist eine Aufgabe, eine Lernaufgabe, eine Adaptationsaufgabe. Wir müssen nicht uns, sondern unser Leben ändern, wenn wir vom Opfer zum Schöpfer, zum Reali-Täter uns bewegen wollen.

Interessanterweise verortet die Alternativmedizin im Thymus das Herzchakra. Ob es so etwas wie ein Herzchakra gibt, das weiss ich nicht. Aber ich weiss, dass es eine Thymusdrüse gibt. Und Thymos bedeutet auf Griechisch "Sitz des Gemütes und des Mutes". Wichtig: Wer Cortisol verschrieben bekommt, setzt es bitte niemals eigenmächtig ab. Aber ergänzend – nicht stattdessen – kann sich jeder Betroffene die Frage stellen, wie er für sich sorgen kann. Denn wir wissen auch, dass Mut, Glaube und Optimismus Faktoren sind, die die Gesundheit positiv beeinflussen.

Das ist der Weg der Salutogenese. Er ist ungemütlich aber lohnenswert. Ungemütlich, weil man nicht mehr das Opfer spielen kann. Lohnenswert, weil niemand weiss, was alles zum Vorschein kommen wird, wenn du anfängst, dich selbst ernst zu nehmen, zu achten und zu entfalten im Sinne des Thymos!

Nun abschließend noch einige Worte zur Zistrose. In den letzten drei Beiträgen habe ich unterschiedliche Aspekte dieser wunderbaren Pflanze beleuchtet. Ich habe die Dutzenden wissenschaftlichen Studien, die vorliegen, vorgestellt. Ich bin auf die Aromatherapie zu sprechen gekommen und ich habe die Frage gestellt, was Wildpflanzen von Kulturpflanzen unterscheidet und warum erstere für eine gesunde Ernährungsweise relevant sein könnten.

Mein erstes Resümee lautet also wie folgt:

Die Zistrose ist ein Nahrungsmittel - kein Heilmittel. Und es gibt sehr viele Studien, die sich mit der potenziellen Heilkraft der Zistrose befassen. Da gibt es Studien zu unterschiedlichen Viren, von HIV bis Influenza, da gibt es eine Studie zu Borreliose und eine zu Krebs. Desweiteren gibt es Studien, die sich mit der möglichen Anti-Aging-Wirkung der Zistrose befassen, die auf ihrer antioxidativen Wirkung beruhen könnte. Antioxidantien, so die Theorie, binden sogenannte "Freie Radikale", die unser Erbgut schädigen können. Und möglicherweise – bisher vor allem in Labormodellen beobachtet – hemmen sie Entzündungsprozesse im Körper, was besonders dann relevant wäre, wenn diese Entzündungen eigentlich überflüssig sind, weil sie auf einem deregulierten Immunsystem beruhen, welches körpereigene Zellen angreift.

All das bedarf noch weiterer Forschung und ich bin gespannt, was da noch kommen wird. Jetzt habe ich zufällig, nach dem Drehen des Videos, noch einen interessanten Beitrag in den Tagesthemen gefunden. Der Nobelpreis für Medizin ging dieses Jahr an James Allison und Tasuku Honjo für die Krebsimmuntherapie – sie fanden Wege, angezogene "Bremsen" des Immunsystems medikamentös zu lösen, sodass es Krebszellen wieder angreifen kann. Das ist ein Durchbruch der Schulmedizin, den kein Training ersetzt. Was mich daran begeistert, ist die Denkrichtung: Das Immunsystem selbst ist der Akteur der Heilung. Und an den Rahmenbedingungen, unter denen dieses Immunsystem arbeitet – Stress, Haltung, Lebensführung – können wir tatsächlich selbst ansetzen, wie es etwa im Centro Eridanos auf Teneriffa erforscht wird.

Mehr zu Inhaltsstoffen, Forschung und unserer Erfahrung mit Cistus findest du in unserer großen Cistus-Übersicht.

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