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Andacht, Dankbarkeit und Verehrung

September 15, 2020 Curro Cachinero RSS Feed

Archeopteryx

Genau wie der Urvogel Archepoteryx ist jeder von uns ein Übergang...

„Worauf wir das Bewusstsein richten, wächst.“ Dieser Ausspruch wird Goethe in den Mund gelegt. Ob er nun von Goethe stammt oder nicht, ist an dieser Stelle irrelevant. Irrelevant? Schauen wir uns das Wörtchen „Relevant“ ein mal genauer an. Was steckt darin? In „Relevieren“ steckt „Levieren“, was sich Ableitet von „Levitation“. Levitation bedeutet „Fliegkraft“ und ist das Gegenteil von Gravitation, Schwerkraft. -

Was hat nun „Relevieren“ (D. Bohm) oder „Relevanz“ mit Schwerkraft oder Fliegkraft zu tun und warum hat das eine Bedeutung für Goethes Ausspruch? Nun, Goethe sagt in etwa: "Deine Aufmerksamkeit ist eine Giesskanne voller kostbarem Superdünger". Es liegt an dir, auf welche „Sachen“ oder „Prozesse“ in deinem Bewusstsein du diesen Superdünger schütten willst. Ich für meinen Teil kippe meinen Aufmerksamkeits-Superdünger gerne auf Ideen, die mich beleben. -

Eine von diesen Ideen ist die Kontemplation der drei Begriffe „Andacht, Dankbarkeit und Verehrung“ (Siehe dazu auch: „Meditation Herzkraftfeld“ von Dr. med. F.H. Hemmerich). Andacht ist die Fähigkeit, zu staunen, Urteile zu stauen. Einzutreten in den vorsprachlichen Anteil der unmittelbaren Wirklichkeitsbegegnung, in Gegenwart. Hier und Jetzt? Nö! „Einfach DA“! - Sogar: "DADA!"

Ein Baby ist nie „hier und jetzt“, es ist „einfach DA“. Und dann brabbelt es vielleicht „DADA“ oder „ATATATA!“ - Können wir etwas davon lernen? -

Dankbarkeit meint: „Ich bin vollkommen einverstanden, mit dem wie es ist und dass es so ist.“ Dankbarkeit kann sich auf Vergangenes richten. Dankbarkeit kann sich aber auch auf Zukünftiges richten. Ich kann mich ausrichten darauf, dass ich etwas bekommen werde, dass die entsprechenden Umständen eintreten werden, für die ich jetzt schon dankbar bin. Unser Vorbild an dieser Stelle ist nicht der Säugling sondern der in wahrhaftigem Frieden Sterbende. -

Wie die Prinzen von Serendip, die immer das Eine suchten und schließlich das Andere, noch viel Geeignetere fanden - „Serendipity“: Die lernbare Fähigkeit, die Wahrscheinlichkeit des Eintretens „glücklicher Zufälle“ systematisch zu steigern -, könenn wir so „Vinnieh the Pooh“ gleich, von Honigtopf zu Honigtopf stolpern? Oder müssen wir stattdessen das "normale" Elend-Spiel mitspielen?

Das Verückte an vorauseilender Dankbarkeit ist, es ist vollkommen egal, ob das, wofür ich jetzt schon dankbar bin, eintreten wird. Ich brauche keine Zaubertricks mit denen ich mir die Traumfrau oder das Traumhaus "visualisiere", was ohnehin nicht funktioniert. Der Fakt, dass ich jetzt dankbar bin, mit allen physiologischen Implikationen, von der Ausschüttung von Serotonon und Dopamin bis hin zur Veränderung der Komposition meiner Magensäfte, ist vollkommen ausreichend. Dankbarkeit ist „autotelisch“ (M. Csikszentmihalyi), sich selbst genug. -

Und Verehrung? Ehrfurcht? - Da ist der staunende Säugling und da ist der in Frieden und Dankbarkeit mitfühlend, verschmelzend, sich auflösend, einswerdende Sterbende. Und was kommt dann? Wir betreten das innerste Heiligtum des Menschen: Sein Gewissen. Der Mensch kann seine Geburt nachempfinden und seinen Tod vorgreifen. Und was dann? - Mitten im Leben stehend, an der Supermarktkasse, beim Baby wickeln, auf der Baustelle. Was dann? Im Alltag. Was dann? -

Die Frage kann prinzipell nicht allgemein sondern sie muss immer und immer wieder neu lebendig beantwortet werden durch TATEN. Die Evolution findet in der Peripherie statt. Veränderungen der Morphologie zeigen sich bei neuen Artem immer zuerst im peripheren Skelett. Die Federn des Archeopteryx entsprangen aus seinen Fingerspitzen. Was wir erst seit wenigen Jahren wissen, jede Art ist ein Brückentier. Ja, ich und du sind ein Übergang.

Genau so, GENAU so evolutionieren wir selbst auch. Durch unsere Taten, durch das, was wir tatsächlich tun und wie wir es tun. Höchst spannend find ich an der Stelle, zu bedenken, was das allererste ist, was wir als Säugline bewegen, wenn wir zur Welt kommen... wir heben unser Kinn an. Wir heben das Kinn an um so nach und nach aus der Dunkelheit des Uterus an das helle Tageslicht der Welt zu entschlüpfen. - In der Geburtshilfe ist die Rede vom "Hypomochlion", der Ort am Hinterkopf, zwischen den Ohren, dort, wo das Atemzentrum sitzt... und der Vagusnerv entspringt... - der "Dreh- und Angelpunkt".

Der Körper erinnert sich....

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